Wir hatten bereits alle Tempel gesehen und wollten heute nicht wieder hingehen, da zwei Tage Tempel gucken von morgens bis abends auch reichen. Also beschlossen wir uns den alten Markt von Siem Reap anzuschauen. Nach 20 Minuten Fussmarsch erreichten wir ihn, eine rund 200 x 100 m kleine Halle in der man von Früchten, Gemälden hin zu Kleidung und Schmuck fast alles kaufen kann. Hier kaufen auch die Einheimischen ein, was zur Folge hatte, dass es hier nur so von lauter kleinen Kambodschis wuselte. Während Jing vom Schmuck angezogen wurde, galt meine Faszination und Aufmerksamkeit einem grünen, 140 x 70 cm größen Gemälde von Angkor Wat. Nach einer langen Pfeilscherei bekam ich das Bild für 14 USD. Ich musste es einfach haben! Zudem habe ich mir noch ein Tshirt und zwei traditionelle "Hemden" gekauft. Da werden in der Heimat sicherlich welche meckern wenn ich damit auf der Straße rumlaufe :-). Nach dem Marktbesuch aßen wir in einem dort ansäßigen Restaurant. Bei der Nahrungswahl fiel mir eine exotische Speise auf, bei der ich zweimal hinsehen musste ob ich richtig gelesen habe. Schlange! Und das für 4 USD. Ich bin ja sonst ein recht schwieriger Esser, aber das musste ich einfach probieren. Ich bestellte, aß und war glücklich. Der Geschmack war ein wenig wie Pute, nur ein kleines bisschen zäher. Aber leider gibt es hier auch nicht nur schöne und exotische Dinge, sondern auch viel Armut! Gerade viele Kinder leben hier in Not, viele von ihnen haben verkrüppelte Arme und verstummelte Beine mit oft nur einem Fuß und können kaum laufen. Am Mittagstisch kamen öfters Kinder zu uns und anderen Gästen und bettelten um Nahrung. Jing und ich hatten viele Bonbons im Supermarkt gekauft, die wir dann immer verteilten, aber dies ist natürlich nureinTropfen auf den heißen Stein. Und so mussten wir mit ansehen wie die kleinen Geschöpfe mit ihren traurigen Augen weiter zogen. Leicht anzusehen ist das nicht. Am liebsten würde man alle mit nachhause nehmen und ihnen ein neues Leben schenken, aber man kann eben nicht allen helfen, so gerne man es möchte. Anschließend gingen wir zurück zum Gästehaus und ich ruhte mich aus. Am Abend lief ich dann noch einmal in die Nähe des alten Marktes um mich dort für 7 USD eine Stunde massieren zu lassen. herrlich! Abendessen nahm ich im Gästehaus zu mir. Hühnchen mit Reis, wie fast immer und das für umgerechnet 1,20 Euro.
Noch ein Nachtrag zu gestern: In einer der Anlagen traf ich einen deutschen Mann. Er ist gerade für drei Wochen in Kambodscha um einen Dokumentarfilm zu drehen, leider für den Sender
Deutsche Welle, also werde ich ihn möglicherweise nie sehen. Er erzählte mir von den vielen tollen und exotischen Plätzen dieser Erde die er bereist hat. Sein Schwerpunkt liegt v.a. in der Südsee. Fidschi, Cook, Nauru, Palau, Französisch-Polynesien, Tavalu, Salomonen, Tonga usw....alle hat er mehrmals bereist! Kambodscha fand er aber am interessantesten von allen Ländern. Ich wünschte ich hätte ihm länger zuhören können, wollte aber Jing nicht weiter warten lassen. Aber das ist doch ein Traumjob...rumreisen und Geld dafür bekommen!
Am Ende meines Kambodschaaufenthaltes kann ich resümieren,
dass dies das interessanteste Land ist welches ich jemals gesehen habe! Die Tempel, der Dschungel, das Essen, das Gästehaus, alles bekommt die Note 1 mit Sternchen! 6 USD für ein klimatisiertes Einzelzimmer mit Frühstück und Flughafentransfer...toller Service zu kleinem Preis! Ich werde sicherlich wiederkommen! Mal sehen ob es dann immernoch so sein wird wie ich es kennengelernt habe, denn ich habe die Vermutung das dies in einigen Jahren das neue Thailand sein wird, wenn sich mehr und mehr Menschen für die auch in Kambodscha vorhandenen schönen Strände interessieren...



