Sonntag, 12. April 2009
Tag 57 - 12.04.: Die größte Stadt der Welt – und ihre krassen Gegensätze!
Am Samstag um 23:58 hebte der Flieger ab, mit mir in der letzten Reihe, Reihe 38 Platz A, Fensterplatz, wie immer. Damit war ich also der letzte Mensch der am 11.04.09 den Erdboden verlassen hatte, Datumsgrenze sei dank. Um 12uhr Ortszeit landete ich nach 9 Stunden Flug in Los Angeles, mit einer N-S-Streckung von 50km und einer W-O-Streckung von rund 70km - der flächenmäßig größten Stadt der Welt – 17,5 Mio Einwohner und Besitzer vieler Bekannter Schauplätze. Nach zwei weiteren Stunden erreichte ich mein Hostel „Stay“, gelegen in einer stark heruntergekommenen Gegend, Los Angeles Downtown. Ich sah auf dem Weg mehr Obdachlose als „normale“ Menschen.Vor meiner Hosteltüre sieht es aus wie in den Gangsterfilmen, überall Kaputte Gegenstände, verlassene Gebäude und viele verarmte und meist auch obdachlose Alkoholiker. Eine wirklich schreckliche Gegend. Das Hostel ist aber erstaunlicherweise umso besser. Es ähnelt eher einem Hotel! Für 30 USD habe ich ein Doppelzimmer mit Bad, HDTV-Flachbildschirm, Radio und genug Platz und alles ganz neu! Möglicherweise bin ich der erste in diesem Zimmer, so wie alles aussieht. Sogar Handtücher, Taschentücher und Seife, wie im Hotel also, stehen für mich bereit. Eigentlich habe ich ja ein 8-Bett-Zimmer gebucht, aber sie gaben mir wohl dieses Zimmer, da sie erst frisch aufgemacht haben und nun erstmal gute Kundenbewertungen haben wollen um mehr Gäste anzulocken, denn bisher habe ich noch keinen anderen Gast gefunden, auch wenn dieses Hostel sehr groß erscheint. Bei Hostelworld.com hat dieses Hostel auch erst 7 Bewertungen, üblich sind 50 oder mehr, ein Grund mehr für meine Annahme das es neu ist. Dann ging ich wieder raus auf die Straßen um in eine Pizzeria zu gehen und tada, da war doch glatt die Straße nebenan gesperrt. Viele Kameras, große Autos und viel Technik...es wurde gerade ein Film direkt ums Eck gedreht. Man konnte während der Drehpausen einfach so auf dem Gehweg rumlaufen, stand neben Schauspielern und ihren Stylisten, neben Kameramännern und Techniker. Ich hatte allerdings keinen Promi erkennen können, habe aber mal ein Foto von einer Frau auf einem Auto gemacht, während andere Leute an ihr rumzupften um wohl die nächste Szene vorzubereiten. Auf dem angehängten Foto sieht man auch das die Frontscheibe des Autos „durchschossen“ wurde. Ich hatte auch nicht nachgefragt welcher Film da gerade gedreht wird, die Leute waren alle sehr beschäftigt. Leider rannte mir die Zeit davon, denn ich musste in 1 ½ Stunden im STAPLES CENTER sein, um meine Karte für das NBA Spiel der Los Angeles Lakers zu holen, welches um 18.30 begann. Auf dem Weg zum Spiel stellte ich plötzlich fest das ich mitten auf dem berühmten Broadway stehe, welche die Parallelstraße von mir ist. Ich sah zwar viele Theater und viel Leuchtreklame, aber kam erst später durch die Straßenschilder und Barnamen drauf, das es sich um die berühmte Straße handelt. Nur sieht sie auch so aus als hätte sich seit den 30er Jahren hier nichtsmehr geändert, alles sehr sehr heruntergekommen. Was auch erschreckend ist hier in dieser Gegend ist die Tatsache das auf den Straßen viele krassteure Autos herumfahren, während an der Ampel vor ihnen die schwarzen Obdachlosen ihren Einkaufswagen mit ihrem gesamten Hab und Gut rumschieben. Diese starken Gegensätze sah ich die ganze Zeit. Ich sah mindestens 6 oder 7 schwarze lange Limousinen und einige Maserati und Porsche! Und das in dieser Gegend, die auch klein Harlem genannt wird. Nachdem ich meine bereits vor über 4 Monaten reservierte Karte (was nötig ist, da 3 Monate vorher alles ausverkauft ist) dann an der Arena abholte und hinein ging, begann das Spiel auch wenig später. Da sah ich ihn nun spielen...Kobe Bryant, Nummer 24 der Los Angeles Lakers, die lebende Legende. Neben Dirk Nowitzski mein Lieblingsspieler, endlich konnte ich mir diesen Traum erfüllen ihn mal live spielen zu sehen. Nachdem ich vor 2 Jahren meine vier großen Fussball-Lieblingsspieler Henry, Ronaldinho, Messi und Eto'o beim Spiel Barcelona-Bayern (damals nur 1:0 ;) ) gesehen habe, konnte ich nun das Kapitel der „Must-Seen-Sportler“ abhaken. Die Stimmung war toll in der Arena, aber bevor es losgehen konnte musste erstmal jeder im Stadion aufstehen und es wurde die Nationalhymne gesungen...ohje...ein wenig zu patriotistisch. Große Amerikaflaggen wurden auf die Tribünen und auf das Spielfeld projeziert und eine Blaskapelle spielte im Spielfeldmittelpunkt die Hymne. Aber nach 2 Minuten war dann auch Schluss und es ging endlich los. Die Lakers gewannen standesgemäß 94:76 und ich konnte froh zum Hostel laufen (20 Fussminuten), denn ich sah ein typisches amerikanisches Basketballspiel mit Dunkings, Action und 3 Punkte-Körben in aller letzter Sekunde. Ich war dann später auchfroh heil im Hostel angekommen zu sein, da die Gegend abends noch schlimmer aussieht als am Tage. Ich lief rum als wäre ich selbst ein Gängster (so cool rumlaufen als hätte man in die Hosen geschissen und so...) und guckte ebenso krimmig wie der Rest, damit ich nicht zu sehr auffalle. Fotos von meiner Gegend habe ich nicht gemacht, da ich mich nicht getraut habe die Kamera rauszuholen...Ich fühlte mich sicherer als ich Nachts durch Kambodscha lief, als tagsüber durch Los Angeles...




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